Frauenerlebnisse

Am Wochenende war ich mit ein paar Freundinnen was trinken. Ich weiß gar nicht genau wieso aber irgendwie kamen wir auf das Thema peinliche Dates zu sprechen. Eine Freundin erzählte, dass sie mal ein Date hatte, als sie plötzlich ihre Tage bekam und einen Fleck in der Hose hatte, was ihr natürlich total unangenehm war und deswegen das Date für sie gelaufen war.

Irgendwie ließ mich diese Geschichte nicht mehr los und zu Hause googelte ich nach Menstruationspannen. Es waren wirklich unangenehme und sehr peinliche Geschichten die ich da so fand … etwas was ich (zum Glück?) nie erleben werde!

Mir wurde dabei aber auch wieder bewusst, dass ich nie eine „echte“ Frau sein werde … ich werde nie wirklich alle Facetten eines Frauenlebens erfahren und erleben können … nie komplett wissen was es bedeute eine Frau zu sein.

Auch wenn ich offen als Frau leben würde, lassen mich solche Situationen und Geschichten immer wieder fühlen, dass ich doch nie ganz als Frau dazuzugehören werde.

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Sichtweisen

Ich war gestern bei einer Veranstaltung und saß auf einer Tribune. In der Reihe vor mir saß eine junge Frau in Shorts und Top. Als sie dort saß sah man ihre schön gerundeten Oberschenkel da die Short sehr kurz war. Ich blickte voller Neid darauf und wünschte mir meine Oberschenkel würden auch so in Shorts aussehen. Ich sah die Männer um mich rum, die teilweise auch auf die Frau schauten aber 100% andere Gedanken dabei hatten.

Hier sitze ich nun mit meinen Freundinnen und genieße in meinem leichten Sommerkleid und Sandalen die laue und warme Nacht. Wir ratschen über alles mögliche und genießen unser Bier. … bis mich jemand aus meinem Tagtraum reisst … und ich weiter den Mann „spiele“

Geschäftstermin und Tage

Heute fliege ich zu einem Geschäftstermin mit ein paar Kollegen. Ich stelle mir gerade vor wie es jetzt wohl für mich wäre tatsächlich meine Tage heute zu bekommen.

Mich unwohl zu fühlen aber trotzdem geschäftsmässig aufzutreten. Eine Tatsache mit der alle Frauen einmal konfrontiert werden – für die es normal ist damit umzugehen … und es vermutlich hassen … und ich fantasiere davon und wünschte mir ich könnte es auch erleben.

Sehnsucht und die andere Seite des Frauseins

Gestern Abend kam mir plötzlich eine Geschichte aus meiner Studienzeit in den Kopf.

Eine Kommilitonin war im Sommer von einem gemeinsamen Treffen nach Hause unterwegs, als sie an einer Straßenbahnhaltestelle von ein paar Männern belästigt wurde.

Sie hatte einen Rock an und die Männer versuchten ihr unter diesen zu fassen und zu schauen … machten zweideutige Bemerkungen und bedrängten und begrabschten sie. Sie schaffte es wegzulaufen und kam heulend nach Hause. Ihre Mitbewohnerin bewegte sie gleich zur Polizei zu gehen und eine Anzeige zu erstatten.

Meine Kommilitoninnen erzählten mir, dass Frauen so was öfters erleben, wenn auch nicht immer in diesem Ausmaß … aber sie würden auch oft „nur“ verbal von irgendwelchen Männer belästigt.

Bis dahin habe ich mir nie Gedanken um sowas gemacht. Ich war damals total geschockt – und ertappte mich dabei, dass ich froh war so etwas nicht erleben zu müssen – und irgendwie schämte ich mich sogleich für diesen Gedanken! Einerseits wollte ich eine „komplette“ Frau sein und auf der anderen Seite war ich erleichtert diese negativen Seiten des Frauseins nicht erleben zu müssen.

Wenn ich davon träume und mir Wünsche eine Leben als „richtige“ Frau führen zu können, denke ich so gut wie nie an die negativen Seiten eines Frauendasein … dafür bin ich viel zu sehr gefangen in meinem privilegierten Männerdasein.

Ich denke nicht an Menstruationsbeschwerden, Wechseljahre, körperlich schwächer zu sein, Opfer von Belästigungen und sexuellen Übergriffen zu werden, Angst im Dunkeln auf dem Heimweg, Benachteiligungen im Job und beim Gehalt, soziale Stellung, höhere Kosten für Friseur, bei Lebensversicherungen usw.

Und obwohl mir diese „Benachteiligungen“ bewusst sind, dass ein Mann zu sein eine Menge Vorteile hat, ist da doch diese tiefe Sehnsucht eine Frau zu sein!

Glücksgefühl

(…) Ich betrachtete mich im Spiegel.

Meine schulterlangen Haare, mein Gesicht das weicher und runder wirkte – einfach femininer.

Meine Brüste die schon fast ein B-Cup sind mit ihren großen Brustwarzen … meinen schönen runden birnenförmigen Hintern … meine breiten Hüften … das einzige das den Anblick störte war mein Anhängsel zwischen den Beinen … obwohl es noch kleiner geworden war als es eh schon war störte es die Vollkommenheit meiner weiblichen Erscheinung.

Da wurde mir bewusst es gibt kein zurück mehr gab! Ich bin zu weit gegangen … ich habe die Hormone zu lange genommen … ich werde von nun an mein Leben als Frau führen müssen. Und diese Erkenntnis erfüllte mich mit einem riesigen Glücksgefühl!

(… eine Szene aus meinem Kopfkino …)

Weiblichkeit

Wie lebt man Weiblichkeit wenn keiner in einem die Frau sehen kann? Wie kann man sich als Frau verwirklichen ohne als Frau von anderen wahrgenommen zu werden.

Denkt eine Cis-Frau über ihre Weiblichkeit nach … fragt sie sich wie sie diese (er)leben kann oder tut sie es einfach … weil sie es kann ohne darüber nachdenken zu müssen … ohne ihre Weiblichkeit erklären zu müssen.